In allen Tageszeitungen, Fernsehsendungen und natürlich digitalen Medien stehen die obligatorischen Jahresrückblicke an. Eine Zeit auch für jeden Einzelnen sich weihnachtlich-inspiriert und Glühwein-geschwängert an das alte Jahr zurückzubesinnen. Die Gedanken kreisen um die verpassten Chancen in privater oder beruflicher Hinsicht, dem gescheiterten Erfüllen der guten Vorsätze für 2019 und der verlorenen Zeit für all die Dinge, die man unbedingt in 2019 machen wollte und in den letzten Tagen des Jahres nun doch nicht alle erreichen kann.

Und schon wieder sind 365 Tage vorbei. Jeder einzelne Tag hatte 24 Stunden und war doch zu kurz für unsere Vorsätze und unsere eigenen Momente. Gerne ziehen wir die Vergangenheit heran, um die Zukunft zu erkennen und zu bestimmen. Gerne schauen wir auf die vergangenen Tage und Wochen oder Projekte und Situationen, um daraus die Lehren und Rückschlüsse des zukünftigen Handelns zu ziehen. Die neuen (alten) Vorsätze orientieren sich daran. Ob es nun die fehlende Zeit im Beruf oder im Privatleben ist, ob es die fehlende Bewegung ist oder der Frust über die geringe Bonuszahlung bzw. Gewinnauszahlung ist, immer schauen wir auf diesen zurückliegenden Aspekt im Jahr und ziehen unsere Schlüsse daraus. Und genau nur daraus. Spezielle Programme und Zeitmanagement-Tools werden uns ab sofort helfen, die fehlende Zeit wieder einzuholen. Fitness-Tracker und Apps erinnern uns ab Morgen an Bewegung und beglückwünschen uns zu erreichten Schrittzahlen. Und im kommenden Projekt werden wir noch intensiver unserem Chef oder unserem Kunden auf die Erfolge und Leistungen hinweisen und darauf achten, hier gesehen und am Ende honoriert zu werden. Jeder mag dies differenzierter betrachten wollen, aber unsere Handlungen werden übermäßig von unserer Vergangenheit gesteuert.

Und daher stellen wir Ende 2019 fest, dass trotz der vielen Vorsätze und Erfahrungen, wir wieder teilweise frustriert zurückblicken und uns in gleicher Situation wie letztes Jahr wiederfinden.

Mit mutigem Blick nach vorne

Ich wünsche mir, dass wir anders ins Jahr 2020 starten. Nicht mit den guten und gut gemeinten Vorsätzen. Nicht mit dem Blick zurück. Nicht mit der Erkenntnis aus den 365 Tagen in 2019. Sondern mit dem Vorsatz in 2020 neue Gedanken, Ansichten und offene Fragen zuzulassen.

Dazu bedarf es keiner radikalen Änderung. Es ist nicht notwendig und besonders im beruflichen Kontext auch nicht sinnvoll, eine komplett neue Struktur oder Denkmuster einzuführen. Wir können auch im kleinen Raum die ersten Schritte wagen und uns schrittweise an neue Sicht- und Arbeitsweisen heranwagen. Zum Beispiel kann in einem geschützten Bereich ohne starke Auswirkungen auf den Rest der Organisation begonnen werden, gegebenenfalls auch nur für eine kleine Fragestellung. Doch dort ändern wir dann mit aller Radikalität den Status Quo, mit einer komplett anderen Sicht, mit einer Drehung um 180º. In diesem Bereich arbeiten wir mit neuen radikalen Werkzeugen und verlassen komplett die klassischen Denkmuster. Ungestört können wir dort probieren sowie unseren eigenen Weg finden. Denn nicht immer muss und sollte gar die gesamte Organisation gleichzeitig umgekrempelt werden. Es ist ratsamer in kleinen Bereichen zu experimentieren und mit dem neuem Denken zu starten.

Die letzten Jahre haben es eindrucksvoll gezeigt, dass Firmen mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert sind und keine Zeit bekommen, sich anzupassen. Der Umbruch ist schneller als so mancher Unternehmenslenker zugibt oder sich wünscht. Unternehmen werden nicht überleben, die sich in 2020 nicht genau damit beschäftigen und über neue Ansätze nachdenken oder sich neu aufstellen. Die klassischen Management-Methoden und Führungskonzepte mit Vorgeben und Ausführen helfen nicht mehr. Es gelten neue Regeln. Die Dynamik des Marktes erfordert schnelle und flexible Lösungen. Es bedarf ein Hinterfragen der aktuellen Situation und einer gemeinsamen übergreifenden Zusammenarbeit.  Dafür benötigen wir Mut und die individuelle Sicht auf die Organisation sowie deren Positionierung. Denn es gilt eben auch für die Zukunft, eine neue heilbringende Methode für alle wird es auch in 2020 nicht geben. Jede Organisation findet Ihren eigenen Stil.

In 2020 beginnen wir mit neuen Denkanstößen und bewahren die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und trotzen dem Fachkräftemangel – ohne Blick zurück.

mit mut und neugierde ins neue jahr

Leichter gesagt als getan. Das stimmt. Aber das stimmt immer und reicht meist aus, um solche Gedanken direkt abzuwürgen. Nur wir haben es eben noch nicht ausprobiert oder zugelassen und können daher gar nicht beurteilen, ob es wirklich so schwer ist. Neue Gedanken, Meinungen oder Ansätze anzuhören und zuzulassen, bedeutet noch nicht, dass das ganze Leben auf den Kopf gestellt wird. Es bedeutet nur, dass wir Mut und Vertrauen in uns finden, mal raus aus dem eigenen Schatten zu springen. Nur ein kleiner Hüpfer zur Seite.

Für 2020 wünsche ich allen Unternehmern und Führungskräften die Kraft und den Mut mal zur Seite zu springen und die alten Zöpfe zu hinterfragen. Ob diese abgeschnitten werden sollten, entscheidet sich immer individuell. Doch lassen Sie uns den Freiraum und die Strukturen für Neues schaffen.

Und den Mitarbeitern wünsche ich Neugierde und Mut, mit neuen Ideen und Fragen, die Zukunft des Unternehmens mitzugestalten. Deren Expertise und Gefühl für das Unternehmen und die Kultur helfen, diese weiterzuentwickeln.

 

Entzünden wir also nicht nur die Wunderkerzen an Silvester sondern auch die neue Zukunft.

Das wäre doch mal ein guter Vorsatz für 2020. Ein mutiger Blick nach vorne.

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